Immer am Zahn der Zeit
Zahnarztsammlung Michael Puhar
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Beruf des Zahnarztes

in den 1930er Jahren In der Schweiz wurde die Zahnheilkunde am 11. Dezember 1899 als ein Teil der Medizin in die Prüfungsverordnung aufgenommen. Damals gliederte sich die zahnärztliche Prüfung in drei Teile, und zwar in die naturwissenschaftliche Prüfung, in die anatomisch-physiologische und in die Fachprüfung. Schon damals galt für das Studium die Voraussetzung, das Gymnasium (Matura mit Latein) erfolgreich absolviert zu haben. Besonders herausgestellt werden muss, dass sich die Rolle des Zahnarztes zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewandelt hatte. Galt der Zahnarzt noch im 19. Jahrhundert als Chirurg, Zahnbrecher oder auch Wundarzt, so vollzog sich aufgrund technischer und wissenschaftlicher Fortschritte eine Umwandlung der Stellung des Zahnarztes in der Gesellschaft. So heisst es schon 1907 in dem Buch “Der Zahnarzt. Ein Vademecum”: Der unleugbare, gewaltige Einfluss amerikanischer Praxis hat vollends in den letzten vier Dezenien die Zahnheilkunde aus dem Gebiete roher Zahnreisskunst und problematischer Gebissanfertigung zur heutige Höhe künstlerischer Präzisionsarbeit auf wissenschaftlicher Basis emporgehoben. Gerade aber in diesem seltsamen und in keinem andern Berufe wiederzufindenden Dualismus ärztlicher und technisch-künstlerischer Berufstätigkeit liegt die Schwierigkeit, den zahnärztlichen Stand streng einzuordnen in das , wenn auch vielfach beklagte, so nun einmal bestehende System beruflicher und gesellschaftlicher Klassifikation. (…) Mag nun aber der Zahnarzt als Arzt oder als Künstler betrachtet werden, jedenfalls erfreut er sich allgemeinster Achtung und Anerkennung - an ihm wird es liegen diese Schätzung entsprechend zu erhöhen; fast kein anderer Beruf gibt so viel Gelegenheit zur engsten Berührung mit allen Berufs- und Bildungsklassen als gerade der Zahnarzt. Neben der Voraussetzung die Matura bestanden zu haben, musste der zukünftige Zahnarzt auch eine ganze Reihe anderer Forderungen, geistiger und körperlicher Art erfüllen. Eine gewisse zielbewusste Entschlossenheit, ein ausgeprägtes sittliches Empfinden und Neigung zu handgeschicklichen, mechanisch-technischen Arbeiten sind wohl die Grundforderungen. In körperlicher Hinsicht muss unbedingt auf eine kräftige Konstitution gesehen werden, da der Beruf des Zahnarztes, oberflächlich betrachtet als leicht erscheinend, einen wirklich gesunden, widerstandsfähigen Körper verlangt, soll er auf die Dauer der ungesunden und allen Gefahren der Ansteckung ausgesetzten Berufstätigkeit Stand halten. Gute Augen sind ebenfalls dringend erforderlich, um die, meist kleinste Verhältnisse aufweisenden Arbeiten im Munde genau und sicher vornehmen zu können.
Lass nie die Kraft, den Willen Dir erschlaffen vom Bessern Dich zum Besten aufzuraffen! Nur wenn Dein Geist nach Fortschritt ewig geizt Wenn ewig ihn Vollendung lockt und reizt, - Dann lebst Du erst; - es leben nur, die schaffen. Lebensregel von Halm
Michael Puhar    Dr. med. dent.
Noch mehr zum Thema Beruf im Text Der Patient als Freund
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Am Zahn der Zeit
Zahnarztsammlung Michael Puhar

Beruf des

Zahnarztes

in den 1930er Jahren In der Schweiz wurde die Zahnheilkunde am 11. Dezember 1899 als ein Teil der Medizin in die Prüfungsverordnung aufgenommen. Damals gliederte sich die zahnärztliche Prüfung in drei Teile, und zwar in die naturwissenschaftliche Prüfung, in die anatomisch-physiologische und in die Fachprüfung. Schon damals galt für das Studium die Voraussetzung, das Gymnasium (Matura mit Latein) erfolgreich absolviert zu haben. Besonders herausgestellt werden muss, dass sich die Rolle des Zahnarztes zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewandelt hatte. Galt der Zahnarzt noch im 19. Jahrhundert als Chirurg, Zahnbrecher oder auch Wundarzt, so vollzog sich aufgrund technischer und wissenschaftlicher Fortschritte eine Umwandlung der Stellung des Zahnarztes in der Gesellschaft. So heisst es schon 1907 in dem Buch “Der Zahnarzt. Ein Vademecum”: Der unleugbare, gewaltige Einfluss amerikanischer Praxis hat vollends in den letzten vier Dezenien die Zahnheilkunde aus dem Gebiete roher Zahnreisskunst und problematischer Gebissanfertigung zur heutige Höhe künstlerischer Präzisionsarbeit auf wissenschaftlicher Basis emporgehoben. Gerade aber in diesem seltsamen und in keinem andern Berufe wiederzufindenden Dualismus ärztlicher und technisch- künstlerischer Berufstätigkeit liegt die Schwierigkeit, den zahnärztlichen Stand streng einzuordnen in das , wenn auch vielfach beklagte, so nun einmal bestehende System beruflicher und gesellschaftlicher Klassifikation. (…) Mag nun aber der Zahnarzt als Arzt oder als Künstler betrachtet werden, jedenfalls erfreut er sich allgemeinster Achtung und Anerkennung - an ihm wird es liegen diese Schätzung entsprechend zu erhöhen; fast kein anderer Beruf gibt so viel Gelegenheit zur engsten Berührung mit allen Berufs- und Bildungsklassen als gerade der Zahnarzt. Neben der Voraussetzung die Matura bestanden zu haben, musste der zukünftige Zahnarzt auch eine ganze Reihe anderer Forderungen, geistiger und körperlicher Art erfüllen. Eine gewisse zielbewusste Entschlossenheit, ein ausgeprägtes sittliches Empfinden und Neigung zu handgeschicklichen, mechanisch-technischen Arbeiten sind wohl die Grundforderungen. In körperlicher Hinsicht muss unbedingt auf eine kräftige Konstitution gesehen werden, da der Beruf des Zahnarztes, oberflächlich betrachtet als leicht erscheinend, einen wirklich gesunden, widerstandsfähigen Körper verlangt, soll er auf die Dauer der ungesunden und allen Gefahren der Ansteckung ausgesetzten Berufstätigkeit Stand halten. Gute Augen sind ebenfalls dringend erforderlich, um die, meist kleinste Verhältnisse aufweisenden Arbeiten im Munde genau und sicher vornehmen zu können.
Lass nie die Kraft, den Willen Dir erschlaffen vom Bessern Dich zum Besten aufzuraffen! Nur wenn Dein Geist nach Fortschritt ewig geizt Wenn ewig ihn Vollendung lockt und reizt, - Dann lebst Du erst; - es leben nur, die schaffen. Lebensregel von Halm